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Backofen vorheizen

Wieso sollte man einen Backofen vorheizen?

Diese Frage stellen sich viele Leute bei den stetig steigenden Energiepreisen, aber der Grund dafür wieso man seinen Backofen vorheizen sollte ist im Grunde denkbar einfach. Je nach Backofen Modell benötigen die Backöfen eine unterschiedlich lange Zeit, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Bei modernen und teuren Backöfen dauert das Backofen vorheizen auf 180 °C etwa 8 – 10 Minuten. Ältere Modelle benötigen für das Backofen vorheizen hingegen 15 – 20 Minuten. Daher ist die gesamte Backzeit bei einem neuen Backofen deutlich kürzer, da hier die Zeit für das Backofen vorheizen deutlich verkürzt ist. In Kochbüchern stehen auch immer nur die Backzeiten mit einem vorheizten Backofen um so die Zubereitungszeiten genauer anzugeben.

Backofen Vorheizen – Die Vorteile

Für die meisten Speisen die im Backofen zubereitet werden, ist das vorherige Backofen vorheizen auf jeden Fall anzuraten. Falls der Backofen bei Beginn des Backprozesses noch nicht die vorgegebene Ofentemperatur erreicht hat, kann das zu einem Problem werden. Denn stimmt die Temperatur nicht von Anfang an, kann es sein, dass der Kuchen oder der Sonntagsbraten nach der eingestellten Zeit innen noch nicht fertig gebacken bzw. gar ist. Daher wird das Vorheizen eines Backofens bei allen Rezepten empfohlen. Auch ist man dadurch beim Backen oder Schmoren auf der richtigen Seite den Garpunkt genau zu treffen.

Backofen Vorheizen – Die Nachteile

Der größte Nachteil des Backofen-Vorheizens ist der zusätzliche Energieverbrauch während der Vorheizzeit. Das ist nicht nur mit Mehrkosten beim Stromverbrauch verbunden sondern auch nicht gut für unsere Umwelt. Der Mehrverbrauch an Energie während des Vorheizens liegt bei etwa 20%. Aus diesem Grund sollte man bei dem Kauf eines neuen Backofens schauen, dass die Zeiten für das Vorheizen möglichst gering sind.

Wie hoch ist der Energieverbrauch eines Backofens & Kochfelds?

In einem Privathaushalt rechnet man etwa 10% des gesamten Stromverbrauchs für die Zubereitung von Speisen durch Kochen oder Backen. Die Kosten hängen aber stark von den Koch- und Backgewohnheiten sowie der eingesetzten Geräte in der Küche ab, denn der Stromverbrauch von Kochplatten und Backöfen ist unterschiedlich hoch.

Das EU Energielabel

Da sich der Stromverbrauch der unterschiedlichen Küchengroßgeräte oft stark unterscheidet, können sich zwei verschiedene Backofen-Modelle unterschiedlich auf die Stromjahresrechnung auswirken. Damit der Käufer eines neuen Backofens gleich den Energieverbrauch pro Jahr einfach ersehen kann, hat die EU das sogenannte Energielabel eingeführt. Hierbei wird der Stromverbrauch über das Jahr hinweg gesehen und für die Backöfen bzw. die Elektro-Großgeräte klassifiziert.

Es werden heutzutage alle neuen Elektrobacköfen mit einem EU-Energielabel gekennzeichnet, welches die Energieeffizienz des Backofens angibt. Die Backöfen werden dabei in Klassen mit den Buchstaben A für energieeffizient bis Buchstabe G für wenig energieeffizient eingeteilt. Besonders sparsame und effiziente Modelle sind mit einem A+ bis A+++ gekennzeichnet. Bei einem Backofen wird zudem das Garraumvolumen des Backofens auf den Labeln in Litern angegeben. Hierbei wird in Klein für 12 – 34 Liter, in Mittel für 35 – 64 Liter und Groß ab 65 Liter Garraum unterschieden.

Auf dem EU-Energielabel findet man auch den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Garzyklus (kWh/Zyklus). Diese sind Aufgeteilt für das Backen mit Ober-/Unterhitze oder Backen mit Umluft. Eine Effizienzklasse für den Backofen ist sowohl von dem Garraumvolumen, als auch von dem Stromverbrauch abhängig. Daher können zwei Backöfen die ein unterschiedliches Garraumvolumen sowie unterschiedlichen Stromverbrauch haben beide in die EU-Energielabel Effizienzklasse B eingeteilt werden. Das Label hilft also dem Verbraucher dabei, verschiedene Geräte untereinander in Sachen des Stromverbrauches besser und schneller vergleichen zu können.

Das EU-Energielabel für den Backofen

Energieeffizienzentscheidung für A+++

Beispielrechnung des Energieverbrauchs eines Backofens pro Jahr

In der folgenden Beispielrechnung werden die Energiekosten von unterschiedlichen Elektrobackofen Modellen mit unterschiedlichen Effizienzklassen und einem Garraumvolumen von 65 Litern berechnet.

Die Beispielrechnung wurde für die Betriebsart mit Umluft durchgeführt:

Effizienzklasse A+ B Altgerät (10 Jahre)
Stromverbrauch/Backgang 0,7 kWh 1,2 kWh 1,7 kWh
Stromverbrauch pro Jahr (100 Backgänge) 70 kWh 120 kWh 170 kWh
Energiekosten (23 Ct./kWh) 16,10 € 27,60 €   39,10 €
Gesamt Energiekosten über 15 Jahre 241,50 € 414 € 586,50 €

 

Wie man der Beispielrechnung entnehmen kann ist über einen Zeitraum von 15 Jahren eine Ersparnis von 345 € an Stromkosten bei einem A+ Backofen gegenüber einem 10 Jahre alten Backofen möglich.

Kochfelder

Ein Energielabel bei einem Kochfeld findet man leider nicht, da es zu viele Unterschiede im Kochverhalten und auch bei Kochtöpfen oder Bratpfannen gibt. Hier besteht auch keine Kennzeichnungspflicht für die Hersteller. In der Anschaffung sind die Stahlkochplatten am günstigsten, benötigen aber im Vergleich gegenüber einer Ceran-Kochplatte oder einer Induktionskochplatte rund 20% mehr Energie. Das liegt an der Materialbeschaffenheit der Kochplatte selber, da hier die gesamte Masse erhitzt werden muss. Aber auch in der Abkühlphase kommt es bei einer Stahlkochplatte aufgrund der hohen Wärmespeicherkapazität zu hohen Energieverlusten.

Bei dem Glaskeramik- oder Cerankochfeld ist die Energieausnutzung deutlich effizienter als bei einer Stahlkochplatte. Da weniger Masse erwärmt werden muss wird das Cerankochfeld schneller heiß und verbraucht daher auch weniger Energie.

Das sparsamste aller Kochfelder ist das Induktionskochfeld, der Verbrauch liegt bis zu 40% niedriger im Vergleich zu einer Gusseisenplatte. Besondere Vorteile sind die Schnell-Kochfunktionen und eine schnelle und präzise Wärmeregulierung. Nachteil ist der höhere Anschaffungspreis und das nur spezielles Kochgeschirr mit magnetischen Boden verwendet werden kann.

Tipps für das Stromsparen in der Küche

Der größte Anteil mit 45% des Gesamtstromverbrauches in Privathaushalten wird durch Elektrogroßgeräte in der Küche verursacht, auch wenn sich die Energieeffizienz von Kochfeldern und Backöfen in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Aber schon mit kleinen, aber effektiven Handgriffen, die man leicht in den Alltag einbauen kann, lässt sich schnell Energie und so auch Geld einsparen. Wer bewusst auf seinen Stromverbrauch im Haushalt achtet, kann schnell hier und da viel Geld pro Jahr sparen. Zum einen kann der Backofen oder die Kochplatte bereits vor Ende der eigentlichen Koch- oder Backzeit ausgeschaltet und mit der Restwärme die Speisen zu Ende gegart werden. Nachfolgend hilfreiche Tipps, Energie einzusparen:

  1. Die Backofentüre sollte so selten wie möglich während des Backens geöffnet werden und falls doch, nur so kurz wie möglich. Denn die meiste Wärme und somit auch Energie geht durch das Öffnen der Backofentür verloren. Um bis zu 10% steigt der Energieverbrauch bei dreimaligem Öffnen der Türen innerhalb von 1 Stunde!
  2. Je voller die Backbleche mit Speisen bestückt werden, umso mehr kann an Energie eingespart werden!
  3. Die Umluft-Funktion hilft im Vergleich zur Ober-/Unterhitze mit einer 20 – 25°C niedrigeren Backofen-Temperatur die Speisen zu garen!
  4. Die pyrolytische Selbstreinigungsfunktion, die in einigen Backöfen eingebaut ist, ist besonders leistungshungrig. Daher sollte diese Reinigungsfunktion nach Möglichkeit nur sehr selten benutzt werden! Für weitere Informationen für die pyrolytische Selbstreinigung haben wir einen eigenen Ratgeber erstellt!
  5. Der Einsatz von Glaskeramik-Kochfeldern und speziell die eines Induktionskochfeldes, spart im Vergleich zu den herkömmlichen Stahlkochplatten bis zu 40% Energiekosten ein.
  6. Um Wasser energieeffizienter und schneller zu erwärmen sollte das Wasser zuvor im Wasserkocher erhitzt werden. Diese arbeiten im Vergleich zu einer Kochplatte sehr viel effizienter.
  7. Beim Garen von Gemüse reicht es vollkommen, nur den Boden des Kochtopfes mit Wasser zu bedecken.
  8. Beim Kochen sollte immer ein Kochtopf mit passendem Deckel verwendet werden und die Größe des Topfes immer zur Kochplatte passen. Ansonsten geht während des Kochvorganges zu viel Wärme und damit Energie verloren.
  9. Ein Dampfkochtopf arbeitet bis zu 50% effizienter als ein normaler Kochtopf. Auch bleiben hier durch kürzere Garzeit die Vitamine besser in den Speisen erhalten.

Fazit zum Backofen vorheizen

Bei vielen Gerichten kann man auf das Vorheizen eines Backofens verzichten und einfach die Backzeit um ein paar Minuten verlängern. Wird auf das Backofen Vorheizen verzichtet, kann man viel Geld sparen und schont dazu noch die Umwelt. Bei einigen Gerichten ist es allerdings nicht möglich, auf das Vorheizen zu verzichten, da sie eine bestimmte Temperatur bereits von Anfang an des Backprozesses benötigen. Wer mit Bedacht vorgeht, kann den Backofen auch ohne Vorheizen nutzen, die Umwelt wird es danken!